Sanierungswillige Eigenheimbesitzer haben mit dem Bundesförderprogramm für effiziente Gebäude (BEG) die Möglichkeit, umfangreiche finanzielle Unterstützung für energetische Modernisierungen zu erhalten. Dabei spielen zwei zentrale Komponenten eine Rolle: der „Individuelle Sanierungsfahrplan“ (ISFP) und die Einzelmaßnahmen. Doch der Weg von der Planung bis zur Umsetzung der geförderten Maßnahmen ist komplex und zeitintensiv. Daher ist es entscheidend, frühzeitig aktiv zu werden, um die Möglichkeiten der Förderung optimal zu nutzen. In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen den typischen Ablauf eines Förderantrags und warum es wichtig ist, rechtzeitig zu handeln.
Der erste Schritt zu einer erfolgreichen Sanierung ist die Erstellung eines individuellen Sanierungsfahrplans. Dieser Fahrplan legt die nötigen energetischen Maßnahmen fest, die Ihr Haus fit für die Zukunft machen und dient als Grundlage für spätere Förderanträge. Der zeitliche Ablauf gliedert sich wie folgt:
Beauftragung eines Energieeffizienz-Experten: Zunächst müssen Sie einen zertifizierten Energieberater hinzuziehen. Dieser erstellt eine detaillierte IST-Zustandsanalyse Ihres Gebäudes und entwickelt darauf basierend den Sanierungsfahrplan.
Beantragung der Förderung für die Energieberatung: Die Kosten für die Beratung selbst können gefördert werden. Hierfür beantragen Sie eine Förderung über das BAFA-Portal. Nach der Antragstellung erhalten Sie eine Vorgangsnummer (EBW-Nummer), die Sie im weiteren Verlauf benötigen.
Erstellung des ISFP-Berichts: Ihr Energieberater erstellt auf Basis der Daten die Beratung und übergibt Ihnen den individuellen Sanierungsfahrplan. Dieser beschreibt Maßnahmen, die Sie schrittweise oder in einem Gesamtpaket umsetzen können.
Verwendungsnachweis abwarten: Nach der Beratung müssen Sie etwa 6 bis 12 Wochen auf den Verwendungsnachweis warten. Danach ist der ISFP-Bonus 15 Jahre lang gültig.
Angebote für Sanierungsmaßnahmen einholen: Nachdem der Plan vorliegt, können Sie Angebote für die Umsetzung der empfohlenen Sanierungsmaßnahmen einholen. Hierbei ist es sinnvoll, bereits erste Überlegungen zur Finanzierung anzustellen.
Neben dem ISFP können Sie auch gezielt Einzelmaßnahmen, wie den Austausch von Fenstern oder die Dämmung, durch die BEG fördern lassen. Auch hier ist der Ablauf klar geregelt, erfordert aber ein gewisses Zeitmanagement. So läuft der Förderantrag ab:
Abschluss eines Lieferungs- oder Leistungsvertrags mit auflösender Bedingung: Bevor Sie mit einer Maßnahme beginnen, muss der Vertrag mit der auflösenden Bedingung abgeschlossen werden. Das bedeutet, dass der Vertrag nur wirksam wird, wenn die Förderzusage erteilt wird.
Erstellung der Technischen Projektbeschreibung (TPB): Für den Förderantrag muss Ihr Energieeffizienz-Experte eine technische Projektbeschreibung erstellen, die die Details der geplanten Maßnahme enthält. Diese Beschreibung benötigt eine ID, die nur 2 Monate gültig ist. Hier wird auch vermerkt, ob ein ISFP vorliegt, was für zusätzliche Boni sorgt.
Antragstellung beim BAFA: Sobald die TPB vorliegt, reichen Sie den Förderantrag über das BAFA-Portal ein. Nun heißt es abwarten – in der Regel dauert die Prüfung ca. 4 Wochen.
Zuwendungsbescheid abwarten: Sobald die Prüfung abgeschlossen ist, erhalten Sie den Zuwendungsbescheid. Ab diesem Zeitpunkt haben Sie 36 Monate Zeit, die Sanierungsmaßnahmen umzusetzen.
Umsetzung und Technischer Projektnachweis (TPN): Jetzt geht es an die Umsetzung! Sobald die Arbeiten abgeschlossen und alle Rechnungen beglichen sind, wird der technische Projektnachweis erstellt. Dieser Nachweis belegt die durchgeführten Maßnahmen und wird ebenfalls mit einer ID versehen, die 2 Monate gültig ist.
Einreichen des Verwendungsnachweises: Spätestens 6 Monate nach Ablauf des Bewilligungszeitraums müssen Sie den Verwendungsnachweis, Rechnungen und Kontoauszüge einreichen. Erst danach wird die Förderung endgültig ausgezahlt.
Der Ablauf zeigt: Ein Sanierungsprojekt in Verbindung mit einer BEG-Förderung erfordert Planung, Geduld und die Zusammenarbeit mit einem Energieeffizienz-Experten. Besonders wichtig ist das frühzeitige Handeln, da einige Schritte – wie das Einholen der Förderzusagen und die Einreichung von Verwendungsnachweisen – einen langen Bearbeitungszeitraum haben. Wenn Sie zu spät starten, riskieren Sie nicht nur Verzögerungen, sondern möglicherweise auch den Verlust von Fördergeldern.
Zudem gibt es Gültigkeitsfristen, wie bei der TPB- und TPN-ID, die strikt eingehalten werden müssen. Wer hier nicht rechtzeitig handelt, muss den Prozess von Neuem beginnen – mit zusätzlichen Kosten und Zeitverlusten.
Die energetische Sanierung eines Eigenheims ist nicht nur eine Investition in die Zukunft, sondern auch eine finanzielle Herausforderung. Dank der BEG-Förderung können Sie jedoch erhebliche Summen sparen. Damit alles reibungslos läuft, sollten Sie frühzeitig mit der Planung beginnen, alle Fristen im Blick behalten und auf die Unterstützung eines Energieeffizienz-Experten setzen. So machen Sie den Weg frei für ein energieeffizientes Zuhause – und profitieren von den Fördermöglichkeiten in vollem Umfang.