Sowohl die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) des BAFA als auch die zinsgünstigen Kredite der KfW bieten finanzielle Unterstützung für energetische Sanierungen und energieeffiziente Neubauten. Hier erläutere ich den Ablauf der Anträge, die Höhe der Zuschüsse und wie Sie BAFA-Zuschüsse und KfW-Kredite optimal kombinieren.
Das BAFA fördert die energetische Sanierung von Bestandsgebäuden, von der Dämmung bis hin zum Heizungsaustausch. Die Höhe der Zuschüsse variiert je nach Maßnahme und erreicht bis zu 50 % der förderfähigen Kosten.
Zuschusshöhen für Bestandsgebäude:
Energieberatung in Anspruch nehmen:
Der erste Schritt zur erfolgreichen Beantragung einer BAFA-Förderung ist die Beratung durch einen zertifizierten Energieberater. Dieser erstellt einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP), der alle notwendigen Maßnahmen detailliert darlegt. Dieser Plan wird selbst zu 80 % durch das BAFA gefördert.
Förderantrag stellen:
Sobald der Sanierungsfahrplan steht, kann der Förderantrag über das BAFA-Online-Portal gestellt werden. Wichtig: Der Antrag muss vor Beginn der Sanierungsarbeiten genehmigt sein.
Prüfung und Zusage durch das BAFA:
Das BAFA prüft den Antrag und bestätigt Ihnen die förderfähigen Maßnahmen sowie die Höhe des Zuschusses. Dies erfolgt in Form eines Zuschussbescheids.
Durchführung der Sanierungsmaßnahmen:
Nach Erhalt des Zuschussbescheids können Sie mit den Sanierungsarbeiten beginnen. Achten Sie darauf, nur zertifizierte Fachfirmen zu beauftragen.
Bestätigung und Nachweis:
Nach Abschluss der Sanierung stellt der Energieberater die korrekte Umsetzung der Maßnahmen sicher und reicht die entsprechenden Nachweise beim BAFA ein.
Auszahlung des Zuschusses:
Sobald alle Nachweise vorliegen, wird der genehmigte Zuschuss vom BAFA ausgezahlt.
Für die Sanierung von Bestandsimmobilien bietet die KfW zinsgünstige Kredite mit Tilgungszuschüssen. Besonders der KfW-Kredit 261/262 für energetische Sanierungen kommt hier in Frage.
KfW-Kredit für Bestandsgebäude:
Auch für Neubauten gibt es attraktive Förderungen durch die KfW, wenn diese energieeffizient als KfW-Effizienzhauserrichtet werden. Ein direkter Zuschuss durch das BAFA ist für Neubauten nicht mehr möglich, dafür aber hohe Tilgungszuschüsse durch die KfW.
Zuschusshöhen für Neubauten:
Planung des Neubaus mit einem Energieberater:
Bereits in der Planungsphase sollten Sie die Unterstützung eines Energieberaters in Anspruch nehmen, um sicherzustellen, dass Ihr Neubau den Anforderungen an ein KfW-Effizienzhaus entspricht. Ein Effizienzhaus kann z. B. durch hochwertige Dämmung, effiziente Heizsysteme und die Nutzung erneuerbarer Energien erreicht werden.
KfW-Kredit 261/262 beantragen:
Auch für Neubauten erfolgt die Beantragung über Ihre Hausbank. Der KfW-Kredit kann bis zu 150.000 Euro pro Wohneinheit umfassen. Für den Effizienzhaus-Standard 40 Plus erhalten Sie zusätzlich einen Tilgungszuschuss von bis zu 30.000 Euro.
Genehmigung des Kredits:
Nach Prüfung durch die KfW erhalten Sie den Kredit und können den Bau beginnen. Die Auszahlung erfolgt in der Regel in Raten, die mit dem Baufortschritt abgestimmt sind.
Nachweis und Tilgungszuschuss:
Sobald der Bau abgeschlossen ist, bestätigt der Energieberater die Einhaltung der Effizienzhaus-Kriterien. Sie reichen die Nachweise bei der KfW ein, woraufhin der Tilgungszuschuss gewährt wird.
Eine der attraktivsten Möglichkeiten, die staatlichen Förderungen voll auszuschöpfen, ist die Kombination von BAFA-Zuschüssen und KfW-Krediten. Dies ist insbesondere bei Sanierungen möglich, da hier sowohl Einzelmaßnahmen als auch eine Effizienzhaus-Sanierung gefördert werden können.
So funktioniert die Kombination:
BAFA-Zuschüsse für Einzelmaßnahmen: Diese können genutzt werden, um energetische Einzelmaßnahmen wie den Einbau einer Wärmepumpe oder die Dämmung von Wänden zu fördern.
KfW-Kredite für umfassende Sanierungen: Ergänzend dazu können Sie einen KfW-Kredit (z.B. Kredit 261/262) aufnehmen, um die restlichen Investitionskosten für eine umfassende Sanierung zu finanzieren. Hierbei profitieren Sie zusätzlich von einem Tilgungszuschuss, der die Rückzahlung des Kredits erleichtert.
Vorteile der Kombination:
Maximale Förderung: Durch die Kombination von Zuschüssen und Krediten können Sie Ihre Investitionen stark reduzieren, da Sie sowohl von hohen Zuschüssen als auch von günstigen Krediten profitieren.
Flexibilität: Sie können Zuschüsse für einzelne Maßnahmen erhalten und gleichzeitig größere Projekte wie eine Komplettsanierung mit einem KfW-Kredit finanzieren.
Effiziente Finanzierung: Während die Zuschüsse des BAFA sofort die Investitionssumme mindern, reduzieren die Tilgungszuschüsse der KfW Ihre laufenden Kreditkosten.
Wichtig: Es ist unerlässlich, die Kombination sorgfältig zu planen und die Anträge rechtzeitig zu stellen, damit alle Fördermittel optimal genutzt werden können. Ihr Energieberater hilft Ihnen, die passende Kombination zu finden und die Anträge fristgerecht einzureichen.
Die Energieberatung ist nicht nur der erste Schritt in jedem Förderprozess, sondern eine wertvolle Unterstützung, um die maximale Förderung für Ihre Sanierung oder den Neubau zu erhalten. Ein zertifizierter Energieberater erstellt nicht nur den Sanierungsfahrplan, sondern begleitet Sie durch den gesamten Prozess – von der Antragstellung bis zur Umsetzung.
Vorteile der Energieberatung:
Ob Sanierung oder Neubau, die Fördermöglichkeiten des BAFA und der KfW machen es attraktiv, in Energieeffizienz zu investieren. Nutzen Sie die Beratung eines qualifizierten Energieberaters, um das Potenzial der Förderungen voll auszuschöpfen und von den Zuschüssen und Krediten zu profitieren!