Im Jahr 2022 verbrauchten private Haushalte ca. 678 Terwattstunden (TwH) Energie. Gesamtwirtschaftlich betrachtet entfällt somit ein Anteil von ca. 25 % des Endenergieverbrauch auf die privaten Haushalte.¹ Zweidrittel des Energieverbrauchs entfällt dabei auf die Erzeugung von Raumwärme, gefolgt vom Anwendungsbereich Warmwasser, sonstige Prozesswärme und schließlich auf den Betrieb von Elektrogeräten.²
Folglich birgt sich das größte Potenzial in der Reduktion der Raumwärme und der Verringerung der Wärmeverlusten. Nachfolgend haben wir die effektivsten Maßnahmen herausgearbeitet und in aufsteigender Reihenfolge beurteilt, geprüft und versucht diese anhand von Beispielen zu erklären.
Laut einigen Quellen kann durchschnittlich sechs Prozent Heizenergie durch das Absenken der Raumtemperatur um 1°C (= 1 Kelvin Temperaturunterschied) eingespart werden. Um dies zu verdeutlichen haben wir die Einsparung anhand folgenden Beispiels ermittelt: „In einem Raum, welcher über eine Wandseite an die Außenluft angrenzt, wird die Raumtemperatur von 21°C auf 20°C herabgesenkt“
Anhand dieses einfachen Beispiels lässt sich die prozentuale Einsparung schnell erkennen, da alle Parameter bis auf die Innentemperatur Θi der Betrachtung konstant bleiben. Die Einsparung beträgt somit ca. 5 % und bietet somit eine Kosteneinsparung von ca. 48 Euro pro Jahr.
Je nach Raumnutzung und individuellen Präferenzen sind unterschiedliche Raumtemperaturen zu empfehlen. Für Flure, Küchen und Schlafzimmer sind 15 – 16°C zu empfehlen. Hierdurch kann eine Einsparung von bis zu 10 % erreicht werden.
Jedes Bauteil weist einen spezifischen Wärmedurchgangskoeffizienten (Uw-Wert) auf, der angibt, wie viel Wärmeenergie in Watt pro Quadratmeter und Kelvin durch das Bauteil übertragen wird. Im Vergleich zur Außenwand besitzen Fenster häufig einen höheren U-Wert, was auf eine schlechtere Wärmedämmung hinweist. Um Energieverluste zu reduzieren, ohne eine kostenintensive Sanierung der Außenwand und der Fenster durchführen zu müssen, kann das nächtliche Schließen des Rollladens bereits eine signifikante Verringerung des Wärmeverlustes bewirken. Nachfolgend beschrieben ein Versuchsaufbau, welcher die Einsparung verdeutlichen soll:
„In einem Einfamilienhaus wurde die Oberflächentemperatur der Glasscheiben innen und außen in zwei unterschiedlichen Situationen gemessen. Situation 1 zeigt die Glasscheibentemperatur mit offenem Rolladen und Situation 2 den mit geschlossenem.“
Die Einsparung beträgt somit bis zu 42 % was ca. 40 Euro pro Jahr an Einsparung entspricht.⁴
Laut § 69 des Gebäudeenergiegesetz sind Rohrleitungen im Keller, welche nicht Bestandteil des beheizten Gebäudehülle sind, mit einer Mindestdämmung gemäß der Anlage 8 zu versehen. Laut einer Studie der Ostfalia Hochschule³ liegen die Verteilverluste in einem Einfamilienhaus pro laufenden Meter Rohr bei bis zu 265 kWh. Diese Wärmeverlust können mit dem Dämmen um bis zu 66% reduziert werden, wodurch bei einer angenommen Rohrlänge von 15 Meter bis zu 180 Euro pro Jahr eingespart werden.⁵
Ein hydraulischer Abgleich sorgt für eine optimale Wärmeversorgung aller Heizkörper durch die Abstimmung der Komponenten und Einstellungen der Heizungsanlage. Dadurch wird jedem Heizkörper genau die benötigte Heizwassermenge zugeführt. Mit dieser Einstellung sind Einsparungen zwischen 15 – 20 kWh/(m²∙a) möglich, welches 40 Euro pro Jahr in einem Einfamilienhaus mit 160 m² Wohnfläche und Brennwertkessel (Energieträger: Gas) entspricht.
² https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2022/12/PD22_542_85.html#:~:text=Wie%20das%20Statistische%20Bundesamt%20(Destatis,damit%20um%200%2C9%20%25
³https://www.proklima-hannover.de/infothek/studien-projekte/verteilnetze/proKlima-Verteilnetze-Endbericht.pdf
⁴https://www.youtube.com/watch?v=iy37WKf9YSU
⁵https://www.delta-q.de/wp-content/uploads/PtJ_HA-Kampagne_Abschlussbericht_Ostfalia.pdf